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Licht und Schatten

21.03.2010 22:52

12-Stunden-Rennen in Sebring

Der Porsche RS Spyder in Sebring
Der Porsche RS Spyder beim Rennen in Sebring 2010. Foto: Porsche

Eine gemischte Bilanz: Bei den 12 Stunden von Sebring belegte ein Porsche RS Spyder den ersten Platz in der kleinen Klasse der Sportwagenprototypen, den LMP 2, und Rang vier im Gesamtklassement. Aus dem möglichen Klassensieg in der Kategorie GT2 mit dem Porsche 911 RSR wurde es dagegen nichts wegen eines kuriosen Zwischenfalls.

Für einen überraschenden Gesamtsieg mit dem Porsche RS Spyder wie im Jahr 2008 reichte es nicht. Zu gut waren die Peugeot 908 HDi FAP in der großen Prototypenklasse unterwegs, der LMP 1, und belegten die ersten beiden Plätze im Gesamtklassement. Sie dominierten das Renngeschehen an diesem Wochenende. Gegen die großen Wagen mit einem kleinen Renner gewinnen – vor 50 Jahren war das Porsche gelungen – und daran erinnerte das Werk in Sebring mit einer kleinen Aktion.

Hans Herrmann vor dem Porsche RS 60. Foto: Porsche„Hans im Glück“ konnte nicht helfen: Am 26. März 1960 holte Hans Herrmann zusammen mit dem Belgier Oliver Gendebien den ersten Gesamtsieg in Sebring für Porsche auf einem Porsche RS 60, einer Weiterentwicklung des Porsche 550 Spyder. 550 Kilo wog der Wagen, im Heck saß eine 1,5-Liter-Ausführung des Fuhrmann-Motors, ein Vier-Zylinder-Boxer mit Königswellen und einer Leistung von 150 PS. Nachdem die beiden führenden Wagen, ein Maserati und ein Ferrari, in der achten Stunde ausgefallen waren, war der Weg frei für die beiden. Herrmann drehte zur Erinnerung an diesen Sieg einige Demonstrationsrunden mit einem Porsche RS 60 auf dem Flugplatzkurs.

Überraschungssieg im Jahr 2008

Ein ähnlicher Coup war Porsche im Jahr 2008 gelungen, als sich überraschend zwei Porsche RS Spyder auf Platz 1 und 2 der Gesamtwertung wiederfanden. Dem in der schweren LMP-1-Klasse starteden Audi blieb nach technischen Problemen und einer Stop-and-Go-Strafe nur der dritte Platz. Die LMP-1-Wagen wie der Audi besitzen etwa 300 PS mehr als der Porsche RS Spyder, der in der LMP-2-Klasse fährt. Die stärkeren Wagen sind zudem nur 75 Kilogramm schwerer.

Immerhin gelang diesmal erstmals einem Kundenteam mit dem Porsche RS Spyder ein Klassensieg in der LMP 2, so gesehen war man mit dem Ergebnis beim Team Cytosport mehr als zufrieden. Vorher war das nur den Werksteams gelungen. Den Wagen steuerten Klaus Graf (Dorhan), Sascha Maassen (Aachen) und Greg Pickett (USA).

Der Porsche 911 RSR vom Team Flying Lizard. Foto: PorscheMit großen Hoffnungen war Porsche in der GT2-Klasse ins Rennen gegangen. Porsche-Werkspilot Jörg Bergmeister (Langenfeld) gelang im Qualifying die zweitschnellste Zeit. Der Titelverteidiger steuerte den 911 GT3 RSR von Flying Lizard Motorsports mit seinen Werksfahrerkollegen Patrick Long (USA) und Marc Lieb (Ludwigsburg). Auch bei Wolf Henzler (Nürtingen), der für sein neues Team Falken Tire startete, ließ es sich gut an: Er wurde Drittschnellster des Qualifyings mit dem Werksfahrerkollegen Patrick Pilet (Frankreich) sowie Bryan Sellers (USA) im Team.

Wolf Henzler (Team Falken Tire) setzte sich vom Start weg an die Spitze der GT-2-Klasse, bevor sein Werksfahrerkollege Jörg Bergmeister (Flying Lizard Motorsports) die Führung übernahm. In der siebenten Rennstunde verlor der Wagen von Henzler gleich zweimal das rechte Hinterrad, und das in zwei aufeinanderfolgenden Rennrunden. Beim zweiten Mal traf das Rad den Wagen von Flying Lizard Motorsports. Bei dem ging das linke Hinterrad dadurch kaputt. Der verlor drei Runden an der Box. „Ich musste an die Box, die dann aber wegen der Safety-Car-Phase geschlossen wurde“, sagte Jörg Bergmeister. „Ich stand zwar bei meinem Team, aber das Reglement verbietet in diesem Fall die Reparatur des Autos.“ Erst als es dem Safety Car nach vier Runden gelungen war, den Spitzenreiter einzufangen, durfte die Boxencrew von Flying Lizard mit der Arbeit beginnen. Am Ende siegte in der GT2-Klasse der Ferrari F430 vom Team Risi Competizione. Flying Lizard landete mit vier Runden Rückstand auf Platz 4 der GT-2-Klasse, Falken Tire auf Platz 14.

Porsche 911 RSR gewinnt Umweltwertung

Ein kleiner Trost: Der zweite Wagen von Flying Lizard Motorsport mit Richard Lietz (Österreich), der sich das Cockpit mit Darren Law (USA) und Seth Neiman (USA) teilte, gewann die Umweltwertung Michelin Green X Challenge, mit der der Wagen ausgezeichnet wird, der die beste Gesamteffizienz im Verhältnis von Rundenzeiten und Benzinverbrauch bietet. Schon in der Saison 2009 war dieses Auto Gesamtsieger der Michelin Green X Challenge gewesen.

Die 12 Stunden von Sebring sind das älteste Sportwagenrennen in den USA. Porsche hat seit 1960 hier 18 Gesamtsiege errungen, in den Jahren 1976 bis 1988 gelang dem Werk eine ununterbrochene Siegesfolge.

Die Gesamtergebnisse des Rennens

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