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Abschied aus der Langstrecke

20.11.2017 09:20

Bahrein war das letzte Rennnen für den Porsche 919 Hybrid

Der WEC-Lauf in Bahrein war der letzte Rennauftritt für den Porsche 919 Hybrid. Foto: Porsche
Der WEC-Lauf in Bahrein war der letzte Rennauftritt für den Porsche 919 Hybrid. Foto: Porsche

Es war der letzte Auftritt für den Porsche 919 Hybrid und das LMP-1-Team in der Langstreckenweltmeisterschaft (WEC).  Porsche verabschiedete sich mit zwei Podestplätzen beim letzten Lauf in Bahrain aus der Serie. Toyota holte mit dem TS 050 #8 den Rennsieg. Bei dem ereignisreichen Finale 2017 kamen die bereits vor zwei Wochen zu Weltmeistern gekürten Fahrer Earl Bamber, Timo Bernhard und Brendon Hartley mit dem 919 Hybrid #2 auf Platz zwei.

Die diesjährigen Le-Mans-Sieger waren durch einen Zwischenfall in der Anfangsphase zurückgeworfen worden. Das Schwesterauto mit Neel Jani, André Lotterer und Nick Tandy startete von der Poleposition, fiel durch eine Kollision mit anschließender Strafe ebenfalls zurück. Lotterer drehte die schnellste Rennrunde und kam nach sechs Stunden auf Platz drei ins Ziel.

Matthias Müller, der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, schwenkte bei diesem Rennen die Startflagge. Er hatte als vorheriger Porsche-Chef das Programm angeschoben. Von 2015 bis einschließlich 2017 erzielte das Porsche LMP Team drei Le-Mans-Gesamtsiege in Folge, drei Weltmeistertitel in der Herstellerwertung und drei WM-Titel für die Fahrer des Porsche 919 Hybrid. Seit dem Debüt zur Saison 2014 gelangen in 34 Renneinsätzen 17 Siege, darunter sieben Doppelsiege, außerdem 20 Polepositions und 13 schnellste Rennrunden. Das ungewöhnliche Reglement, das zum Jahr 2014 eingeführt worden war und Porsche in die Königsklasse der Langstreckenweltmeisterschaft zurücklockte, ist damit aber auch Geschichte. Damals war neben Porsche und Toyota noch Audi in der LMP 1 am Start, dazu als Privatteams Rebellion und Bykolles. 2015 versuchte Nissan erfolglos einen Einstieg. 2016 zog sich Audi zurück, Rebellion wechselte in die LMP-2-Klasse, weitere Interessenten an dem sehr kostenträchtigen Engagement in der LMP 1 gab es nicht.  Nun abreiten die Veranstalter an einer Neuausrichtung der Serie.

Drei Le-Mans-Siege in Folge

Porsche Chef Oliver Blume zog Bilanz: „Drei Le-Mans-Siege in Folge – das hat bislang noch kein anderes Porsche Team erreichen können. Jetzt steht das Team um Fritz Enzinger und Andreas Seidl vor einer neuen Herausforderung: dem erfolgreichen Einstieg in die Formel E ab der Saison sechs, die Ende 2019 beginnt.“

Für die beiden 919 Hybrid lief das Rennen nicht glatt. Der Wagen #2 überfuhr schon in der dritten Runde einen Poller, der sich am Unterboden verklemmte und den Vorderbau beschädigte. Die #1 kollidierte beim Überrunden mit einem 911 RSR aus der GTE-Am-Klasse und erhielt dafür später eine Zeitstrafe. Ein Reifenschaden vorne links war die Folge; Nick Tandy humpelte zur Box, auch die Front wurde getauscht.

Richard Lietz und Frédéric Makowiecki kamen auf Platz 4 ins Ziel. Foto: PorscheAuch für Toyota gab es Probleme. Der Wagen #7 kollidierte beim Überholen mit dem Porsche 911 RSR der GT-Werksmannschaft, der zu diesem Zeitpunkt an der Spitze seiner Klasse lag, und landete auf Platz 4. Porsche-Werksfahrer Michael Christensen übte harte Kritik an Toyota-Fahrer Kobayashi: „Ich weiß nicht, was Kamui da im toten Winkel versucht hat. Er hat wohl erwartet, dass ich komplett von der Strecke runterfahre." Porsche hatte noch Chancen gehabt, in der GTE-Pro-Klasse mit Richard Lietz und Frédéric Makowiecki und dem 911 RSR #91 die Fahrerweltmeisterschaft zu holen.  Sie landeten in dieser Wertung am Ende auf Platz 2, im Rennen auf Rang 4. Diesen Titel sicherten sich James Calado und Alessandro Pier Guidi auf dem Ferrari 488. Die Herstellerwertung hatte sich Ferrari schon im vorletzten Lauf sichern können.

Für das Porsche-Kundenteam Dempsey Proton Racing beendeten Porsche-Junior Matteo Cairoli, Christian Ried und Marvin Dienst die Saison als Zweite in der FIA World Endurance Trophy. In Bahrain kamen sie mit dem 911 RSR des Modelljahres 2015, mit dem sie in dieser Saison bei den Rennen auf dem Nürburgring und in Mexiko die Klasse GTE-Am gewonnen haben, als Vierte ins Ziel. Der Titel in der GTE-AM gin an Aston-Martin mit Paul Dalla Lana, Pedro Lamy und Matthias Lauda, der Titel in der LMP-2-Klasse an Rebellion mit Bruno Senna, Julien Canal und Nicolas Prost. Prost kann sich nicht Fahrermeister nennen lassen, da er das Nürburgring-Rennen verpasst hatte.

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