Abschied für den 911

12.09.2018 07:50

WLPT sorgt für eingeschränktes Angebot vor Modellwechsel

In Europa bietet Porsche nur noch den 911 Carrera 4 GTS an. Foto: Porsche
In Europa bietet Porsche nur noch den 911 Carrera 4 GTS an. Foto: Porsche

Zum Schluss gab es noch einmal ein Hoch: 850 Porsche 911 wurden im August in Deutschland zugelassen, doch nun ist es erstmal damit vorbei. Die neue Abgas- und Verbrauchsrichtlinie WLPT sorgt seit 1. September dafür, dass Porsche sein Angebot in Europa in der kommenden Zeit deutlich einschränken muss, nicht nur beim 911. Für den ist es sogar eine vorgezogene Abschiedsvorstellung.

Im November 2011 wurde die neue Baureihe 991 präsentiert. Nach sieben Jahren steht die Ablösung bevor. Doch der Modellwechsel auf den 992 kommt erst in einigen Monaten, nachdem die WLTP in Kraft getreten ist. Es lohnt sich für Porsche deshalb nicht, für den kurzen Zeitraum die aufwändige Typisierung nach den neuen Vorschriften vorzunehmen.

Die schärferen Grenzwerte bringen es mit sich, dass nun Partikelfilter auch bei Benzinmotoren notwendig werden. Aktuell ist gerade der überarbeitete Macan im Werk Leipzig angelaufen, wo man diese Änderungen hat einfließen lassen. Die Zweiliter-Version ist schon verfügbar. Auch Panamera und Cayenne werden folgen. Verschiedene Varianten des Mittelmotorsportwagens Porsche 718 Cayman/Boxster sind ebenfalls bald verfügbar. Dazu zählt die Einstiegsmotorisierung sowie die GTS-Version.

Anders sieht es beim Porsche 911 aus. Hier hat das Unternehmen bereits angekündigt, künftig ab September in Europa nur noch den 911 Carrera 4 GTS mit Allradantrieb und PDK in allen drei Karosserieformen anzubieten. Wer noch einen alten 991 will hat also nur noch wenig Auswahl.

Wie sich die Situation auf die Gesamtverkäufe 2018 in Europa und dabei speziell Deutschland auswirken wird, kann man erst am Jahresende sagen, denn vor dem 1. September liefen die Geschäfte nicht schlecht. Porsche selber kann dagegen flexibel reagieren:  Die neuen Verfahren gelten nämlich nicht für den amerikanischen und chinesischen Markt. Deshalb hat das Werk in der Produktionsplanung Fahrzeuge für den europäischen Markt vorgezogen, weil die man sie noch bis zum 31. August zulassen konnte. Es gibt sogar für bereits produzierte Fahrzeuge eine Übergangsfrist, in der das noch länger möglich ist. Deshalb werden die Bänder in den Werken normal weiterlaufen können – bis Porsche nach und nach die Modellpalette umgestellt hat.

Wie kam Porsche in die Situation? Jetzt müssen alle Ausstattungsvarianten einzeln typisiert werden. Bisher war es möglich, Verbrauchswerte für eine Variante anzugeben. In Deutschland wird zudem die Kraftfahrzeugsteuer ansteigen, da durch neue Beschleunigungstests und geänderte Höchstgeschwindigkeiten höhere CO2-Werte gemessen werden. Und in Deutschland ist die KFZ-Steuer an die Höhe des CO2-Ausstoßes gebunden.   

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