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Ammermüller holt Meisterschaft

31.10.2017 17:29

Titelträger im Supercup steht fest

Michael Ammermüller ist Meister im Porsche-Supercup. Foto: Porsche
Michael Ammermüller ist Meister im Porsche-Supercup. Foto: Porsche

Michael Ammermüller heißt der neue Champion im Porsche Mobil 1 Supercup. Der 31-jährige Deutsche, der für das Lechner MSG Racing Team fährt, sicherte sich am Sonntag beim Finalwochenende in Mexiko-Stadt den Gewinn der Meisterschaft. Im letzten Rennen der Saison siegte jedoch Porsche-Junior Matt Campbell (AUS/Fach Auto Tech) vor Ammermüller und Porsche-Junior Dennis Olsen (N/Walter Lechner Racing Team). Ammermüller reichte Platz zwei, um mit einem Sieben-Punkte-Vorsprung den Titel zu holen. „Vier Siege, fünfmal Platz zwei, einmal Platz drei – mit dieser konstanten Leistung konnte ich jetzt endlich den Supercup gewinnen. Darüber freue ich mich natürlich sehr und bin dankbar für eine großartige Lechner-Teamleistung“, sagte ein freudestrahlender Ammermüller.

Wer Michael Ammermüller abseits der Rennstrecke im elterlichen Entsorgungsbetrieb im bayrischen Neuburg/Inn begegnet, der würde ihm kaum zutrauen, dass er auf der Rennstrecke zu den schnellsten GT-Piloten überhaupt gehört. Nichts deutet darauf hin, wie explosiv der 31-Jährige mit der rahmenlosen Brille und dem gepflegten Seitenscheitel in den Sprintrennen des Porsche Mobil 1 Supercup am Steuer seines 485 PS starken 911 GT3 Cup agiert. Mit dieser Mischung aus Besonnenheit und Aggressivität hat der stets höfliche und bescheidene ehemalige Formel-1-Testpilot der Saison seinen Stempel aufgedrückt – und sich mit dem Titelgewinn im Porsche Mobil 1 Supercup einen Traum erfüllt.

Michael Ammermüller fuhr in diesem Jahr seine sechste Saison in dem Markenpokal. Foto: PorscheAuf diesen Tag hat Ammermüller lange gewartet. Im Porsche Mobil 1 Supercup fuhr er in diesem Jahr seine sechste Saison. Endlich passte beim 1,83m großen Routinier vom Lechner MSG Racing Team alles zusammen und er gewann mit sieben Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Dennis Olsen (N/Walter Lechner Racing Team). Olsen dagegen gewann die Meisterschaft im Carreracup Deutschland – Ammermüller belegte hier den dritten Platz. In der 25-jährigen Historie des Porsche Mobil 1 Supercup konnte Ammermüller sich damit als 18. Sieger in die Ergebnislisten eintragen.

Ein Feuerwerk der Emotionen zündete Ammermüller, der in Passau geboren wurde, trotz des Titelgewinns nicht. Vielmehr knüpfte er an seine Erfolgsmaxime an: In der Ruhe liegt die Kraft. Wenn die Konkurrenz nervös mit dem Gasfuß zuckte, ließ sich Ammermüller nicht beirren. Souverän fuhr er vier Mal mit seinem Porsche 911 GT3 Cup als Erster über die Ziellinie, nahm den Siegerpokal mit nach Hause und saß in der Regel am Montagmorgen um sieben Uhr wieder am Schreibtisch in seinem Büro. Der gelernte Kfz-Meister und Betriebswirt ist – soweit es zeitlich möglich war – immer zweigleisig gefahren. „Man weiß nie, wie sich etwas im Motorsport genau entwickelt“, erklärt Ammermüller. Leidvoll musste er dies erfahren, nachdem er als Formel-1-Testfahrer nach einem schweren Unfall einfach ausgemustert wurde.

Konstanz sichert Titel

Ammermüller kämpfte sich zurück in die Motorsportszene. Er brachte Sponsoren, die ihn genau wegen seiner Bodenständigkeit so mögen. Motorsport-Urgestein Walter Lechner nahm ihn unter Vertrag und machte aus ihm im Jahr 2017 einen Siegfahrer, der vor der Konkurrenz nicht zurückschreckt. Gleich zu Saisonbeginn siegte Ammermüller drei Mal in Folge: Beim Doppellauf in Barcelona und - ausnahmsweise ein wenig stolz - auch auf dem legendären Stadtkurs von Monaco. Es folgte ein Sieg in Budapest und insgesamt gelangen ihm zudem sechs Podestplätze. Die Konstanz sicherte ihm am Ende den Titel.

Ein zweiter Platz im letzten Lauf in Mexico genügte Ammermüller zum Titelgewinn. Foto: PorscheViel Zeit für Hobbies bleibt dem Profi-Fahrer, der in diesem Jahr im Porsche Mobil 1 Supercup, im Porsche Carrera Cup Deutschland und zudem mit einem Porsche 911 GT3 R im ADAC GT Masters und einigen VLN-Läufen an den Start ging, nicht. Den Kopf frei bekommt Ammermüller am besten beim Radfahren. Wenn er sich vor der heimischen Haustür in den Sattel seines Rennrads schwingt, bleibt er meist drei Stunden weg. Abends nach der Arbeit radelt er. Und am Anreisetag auf der Rennstrecke. Wenn andere Fahrer die Ideallinie zu Fuß erkunden, erarbeitet sich Ammermüller die Bremspunkte auf dem Bike. Hat er genug gesehen, rückt der Südbayer den Fitnessaspekt in den Vordergrund. Per GPS-App misst er sich mit anderen Sportlern beim Radeln über die Rennstrecke.

Ammermüller gewann den Titel mit 193 Punkten. Platz zwei mit 186 Zählern sicherte sich Olsen, der auch noch den Titel als bester Rookie mit nach Hause nahm. Dritter wurde Campbell mit 151 Punkten. In der B-Wertung für Amateurfahrer siegte der Franzose Roland Bervillé (Martinet by Almeras) mit 166 Punkten vor Egidio Perfetti (NL/MOMO-Megatron Team Partrax, 162 Punkte) und Roar Lindland (N/MRS Cup-Racing, 152 Punkte). Die Teammeisterschaft entschied das Lechner MSG Racing Team für sich. In der Nations League belegte Deutschland (195 Punkte) Platz eins vor Norwegen (188) und Australien (159).



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