Bremsspuren bei Porsche

16.04.2019 10:46

Absatz im ersten Quartal deutlich schwächer

Neue Modelle wie das Cayenne Coupé soollen für mehr Verkäufe sorgen. Foto: Porsche
Neue Modelle wie das Cayenne Coupé soollen für mehr Verkäufe sorgen. Foto: Porsche

Erstmals seit Jahren muss Porsche einen deutlichen Knick bei den Absatzzahlen hinnehmen. Im ersten Quartal 2019 setzte das Unternehmen 55.700 Fahrzeuge ab, rund zwölf Prozent weniger als im Vorjahrszeitraum. Nicht nur die Einführung der neuen Abgasnorm WLTP wirkt bei Porsche nach, es gibt auch durch andere Einflüsse Probleme.

„2019 beginnt anspruchsvoll für uns und die gesamte Automobilindustrie“, sagt Detlev von Platen, Vorstand für Vertrieb und Marketing bei Porsche. „Die Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP und auf Ottopartikelfilter beschäftigt uns erwartungsgemäß in den ersten Monaten des Jahres weiterhin. Auch war aufgrund des außergewöhnlich starken Jahresstarts in 2018 mit einem vergleichsweise schwächeren ersten Quartal zu rechnen.“ Porsches Verkaufszahlen in Deutschland brachen im September 2018 ein und haben sich immer noch nicht wieder erholt, weil das Werk noch nicht alle Modelle wieder anbieten kann. Hinzu kommt der Generationswechsel beim Macan und dem 911. Der neue 911 wurde Ende November in Los Angeles präsentiert und wird jetzt nach und nach in den Märkten eingeführt. Der Cayenne dagegen  verzeichnete ein Wachstum von 35 Prozent und wurde 18.310 Mal ausgeliefert. Das neue Modell ist seit diesem Jahr in allen Märkten verfügbar. Am stärksten nachgefragt ist weiterhin der Macan mit 19.795 Auslieferungen.

Lichtblick USA

Lichtblick ist die Lage in den USA: Dort konnte Porsche im ersten Quartal ein Wachstum von acht Prozent verzeichnen. Dabei rangierte der Markt mit 15.024 Auslieferungen an zweiter Stelle hinter China. Dort gingen die Auslieferungen um zehn Prozent auf 16.890 Wagen zurück. Porsche nennt als Ursache dafür eine konjunkturelle Abschwächung und eine Kaufzurückhaltung der Kunden in Erwartung der angekündigten niedrigeren Mehrwertsteuer ab April. Die Auslieferungen in Europa lagen ebenfalls unter Vorjahr, auch hier spielt das Thema WLTP eine Rolle. Mit 32 Prozent (von 20.601 auf 14.004) fiel das Minus am größten aus. In Deutschland lag der Rückgang bei 28 Prozent (7724 auf 5557).

Ehrgeiziges Ziel

Trotzdem geht man bei Porsche davon aus, 2019 noch einmal zulegen zu können und rechnet insgesamt mit einem leichten Anstieg der Auslieferungen gegenüber dem Vorjahr – unterstützt durch die Nachfrage nach neuen Modellen. Die Nachfrage beim neuen 911 sei sehr groß, so Detlev von Platen. Ab Mai steht das Cayenne Coupé bei den Händlern, im September präsentiert Porsche mit dem Taycan sein erstes rein elektrisch betriebenes Fahrzeug.


 

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