Der Traditionalist

28.11.2018 08:10

Der neue 911 zeigt sich geschichtsverbunden

Porsche hat in Los Angeles die neue Generation des Porsche 911 präsentiert. Foto: Porsche
Porsche hat in Los Angeles die neue Generation des Porsche 911 präsentiert. Foto: Porsche

Porsche hat am Vorabend der Eröffnung der Autoshow in Los Angeles der Eröffnung in einer großen Show erstmals die achte Generation des Porsche 911 präsentiert. Alle Vorgänger rollten mit in die Halle um zu zeigen: hier kommt die neue Auflage einer Sportwagenlegende. Doch der erste, unverhüllte Blick auf die Baureihe 992 zeigt auch etwas anderes.

Porsche besinnt sich deutlich stärker auf die Optik der klassischen, luftgekühlten Modelle als zuvor. Als der Porsche 996 im Jahr 1997 präsentiert wurde, zelebrierte Porsche einen deutlichen Bruch mit der Vergangenheit. Der Wagen war komplett neu – und in seiner Formensprache runder und glatter als sein Vorgänger 993. Auch der 992 ist – bis auf den deutlich überarbeiteten Motor – eine komplette Neuentwicklung. Aber der Blick auf die Front und vor allem das Armaturenbrett zeigt: Hier leben die 1970er Jahre ein Stück weit auf. Insgesamt erinnert der Wagen spürbar an die späten G-Modelle – eine Verbeugung an die Tradition des 911.

Das Heck ist von einem schmalen Leuchtenband geprägt. Foto: PorscheDer 992 zeigt außerdem Taille: Räder mit vorn 20 und hinten 21 Zoll Durchmesser wölben sich nun über deutlich breitere Radhäuser. Das jetzt einheitlich breite Heck bei allen Modellen unterstreicht das schlanke Mittelteil. Vorn wuchs die Breite der Karosserie um 45 Millimeter. Mit Ausnahme des Bug- und Heckteils besteht nun die gesamte Außenhaut aus Aluminium.

In einem weiteren Punkt folgt der neue 911 ebenfalls einer bekannten Vorgabe: Der neue Wagen besitzt mehr Leistung. Der 911 Carrera S besitzt nun 450 statt bisher 420 PS. In der Beschleunigung von null auf 100 km/h unterbieten beide 911-Modelle die Vier-Sekunden-Marke: 3,7 Sekunden benötigt das hinterradgetriebene Coupé, der 911 Carrera 4S mit Allradantrieb 3,6 Sekunden. Damit sind beide Autos 0,4 Sekunden schneller als das jeweilige Vorgängermodell. Mit dem gegen Aufpreis erhältlichen Sport Chrono-Paket erhöht sich der Vorsprung um weitere 0,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeiten betragen nun 308 km/h (911 Carrera S) und 306 km/h für die Allradvariante. Ein verbessertes Einspritzverfahren und neu angeordnete Turbolader samt Ladeluftkühlung erhöhen den Wirkungsgrad im Antrieb. Die Kraftübertragung übernimmt ein neu entwickeltes Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, dazu kommen neue Fahrassistenzsysteme wie ein Nachtsichtassistent und neue Apps. Vorläufig bietet Porsche den 911 nur mit diesem Motor an.

Der Blick aufs Armaturenbrett offenbart Anklänge an das Design der 1970er-Jahre. Foto: PorscheNur einmal hat sich Porsche übrigens nicht an diese ungeschriebene Regel gehalten – bei der Vorstellung der Porsche 911 SC im Jahr 1977. Der leistete mit 180 PS 20 PS weniger als der Vorgänger Carrera 3.0. Natürlich ist die Neuzeit beim 992 prägend: Innen gibt es nun einen 10,9 Zoll großen Touch-Screen-Monitor – als Kommandozentrale für die Welt der elektronischen Helferlein. Neben dem Porsche-typisch mittig positionierten Drehzahlmesser informieren zwei dünne, rahmenlose Freiform-Displays den Fahrer. Als Weltneuheit hat Porsche den serienmäßigen Wet-Mode entwickelt. Diese Funktion erkennt Wasser auf der Straße, konditioniert die Regelsysteme entsprechend vor und warnt den Fahrer.


Der 911 Carrera S kostet in Deutschland ab 120.125 Euro, der 911 Carrera 4S ab 127.979 Euro einschließlich Mehrwertsteuer. Er kann ab sofort bestellt werden.

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