Die Sau geht ab

03.06.2018 09:50

Porsche startet in Le Mans mit zwei besonderen Designs

Porsche bringt zwei seiner Werkswagen in Le Mans mit einem ungewöhnlichen Design an den Start. Foto: Porsche
Porsche bringt zwei seiner Werkswagen in Le Mans mit einem ungewöhnlichen Design an den Start. Foto: Porsche

Porsche wird beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans zwei seiner vier Werkswagen mit einem ungewöhnlichen Design an den Start bringen. Damit will man ein Stück Rennhistorie aus den 1970er- und 1980er-Jahren aufleben lassen. Doch es gibt einen kleinen Unterschied zur damaligen Zeit.

Die Werksautos mit den Startnummern 91 und 92 präsentieren sich in traditionellen Le-Mans-Dekors. Beide Dekors spielen auf eine Zeit an, als Porsche um den Gesamtsieg mitfuhr. Das ist in der GTE-Pro-Klasse, in der die 91 und 92 starten, nicht der Fall.  Nummer 91 ist im blau-weißen Design mit rot-goldenen Streifen beklebt, das an den damaligen Sponsor Rothmans, eine britische Zigarettenmarke, erinnert. Zigarettenwerbung ist aber heute im Motorsport schon seit Jahren nicht mehr erlaubt, deshalb wird es bei der Anspielung bleiben müssen. Rothmans existiert zudem heute nicht mehr.

Der Porsche mit der Nr. 91 erinnert an die Erfolge von Porsche mit dem britischen Zigarettenhersteller Rothmans. Foto: Porsche Es war eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Das Rothmans-Design war bei Porsche erstmals im Jahr 1982 zu sehen, als der gerade neu entwickelte Porsche 956 in Le Mans an den Start ging und einen Dreifachsieg einfuhr. Rothmans sponserte im selben Jahr übrigens auch den Rallye-Ascona von Walter Röhrl, der damals seine zweite Weltmeisterschaft holte.

Der 911 RSR mit der Nummer 91, pilotiert von Gianmaria Bruni (Italien), Richard Lietz (Österreich) und Frédéric Makowiecki (Frankreich), spielt mit seinem Dekor auch auf weitere Erfolge an. Zum Beispiel an den Porsche 959, der 1986 in der Aufmachung des britischen Tabakherstellers die Rallye Paris–Dakar gewann. Auf der Rundstrecke feierten der Porsche 956 C und der Porsche 962 C die größten Erfolge: Je zweimal holten die beiden blau-weißen Gruppe-C-Sportprototypen den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans – der 956 C in den Jahren 1982 und 1983, der 962 C bei den Rennen 1986 und 1987.

Das Design der Nr. 92 greift die Farbgebung des Porsche 917/20 auf, der 1971 in Le Mans startete. Foto: PorscheDie Nummer 92 greift das berühmte „Sau“-Design des 917/20 aus dem Jahr 1971 auf. Der Wagen, gefahren von Kévin Estre (Frankreich), Michael Christensen (Dänemark) und Laurens Vanthoor (Belgien), geht zurück auf den Porsche 917/20, der 1971 nach Le Mans kam. Die Konstruktion des Einzelstücks sollte die aerodynamischen Vorteile von Kurz- und Langheck-Version des 917 verbinden. Ferdinand Piech hatte es nicht in Weissach entwickeln lassen, sondern mit der französischen Firma SERA – eine kleine Spitze an die Entwickler in Stuttgart. Zur „Sau“ wurde der 917/20 durch seinen rosafarbenen Lack mit aufgezeichneten Fleischpartien. Die unter Porsche-Designer Anatole Lapine umgesetzte Idee erregte großes Aufsehen an der Sarthe und stieß nicht überall auf Gegenliebe. Der damalige Porsche-Sponsor Martini äußerte sich ganz unmissverständlich. Martini-Inhaber Graf Gregorio Rossi sagte 1971: „Mir gefällt das überhaupt nicht und ich will auch keinen Aufkleber unseres Hauses an diesem Auto sehen." Auf Platz 5 liegend, fiel der Wagen in den frühen Morgenstunden durch einen Unfall aus.

Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2018 gehen insgesamt zehn Porsche 911 RSR an den Start, vier werksseitig und sechs eingesetzt durch Kundenteams. Während die beiden Stammfahrzeuge aus der Sportwagen-WM WEC die Sonderdesigns tragen, fahren die zusätzlichen Werkswagen Nummer 93 und Nummer 94 in den gewohnten Farben Weiß, Schwarz und Rot, die in ihrer Anordnung am Fahrzeug aus der Vogelperspektive an das Emblem der Marke Porsche erinnern. Die 86. Auflage der 24 Stunden von Le Mans findet vom 16. bis 17. Juni statt.

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