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Ein Rennen zum Vergessen

28.05.2017 21:53

Porsche ohne Erfolg am Nürburgring

Der beste Porsche 911 landete auf Platz 6 – mit deutlichem Abstand zur Spitze. Foto: Porsche
Der beste Porsche 911 landete auf Platz 6 – mit deutlichem Abstand zur Spitze. Foto: Porsche

Es war ein Wochenende zum Vergessen für Porsche am Nürburgring. Bei der 45. Auflage des 24-Stunden-Rennens spielten die GT3-Wagen von Manthey und anderen Kundenteams keine Rolle – und schon bevor es in die Nacht ging, war die Veranstaltung für Porsche praktisch gelaufen. Nur ein Team ließ etwas hoffen.

Schon der Einstieg trug Symbolcharakter: Bereits nach der ersten Rennrunde musste der Porsche 911 GT3 R mit der #12 an die Box. Die Diagnose: Zündaussetzer. Der Wagen ging nach einer längeren Reparatur wieder auf die Strecke, aber damit fiel der Wagen, auf dem unter anderem Porsche-Werksfahrer Sven Müller fuhr, weit weg von möglichen vorderen Plätzen. Dabei war dies der Wagen gewesen, der im Top-30-Qualifing von Müller als bester Porsche auf Platz 8 gefahren wurde. Der hochkarätig besetzte Manthey-Porsche mit der Startnummer 911 und vier Werksfahrern (Dumas/Makowiecki/Pilet/Lietz) kam nur auf Platz 16. Taktische Zurückhaltung, um die Karten vor dem Rennen nicht auf den Tisch zu legen?

Den stärksten Eindruck hinterließ bis zu deinem unfallbedingten Ausscheiden der Falken-Porsche. Foto: PorscheNach dem Start sollte sich schnell zeigen: Es war keine Zurückhaltung, Porsche war an diesem Wochenende tatsächlich nicht konkurrenzfähig. Lag es an der Hitze? Lag es bei der Nr. 911 an den Michelin-Reifen, die das ungewöhnlich warme Wetter nicht mochten? Porsche-Motorsportchef Frank-Steffen Walliser setzte auf die Nacht und eine bessere Performance – und kühlere Temperaturen. Doch beides traf nicht ein. Immerhin schien der Falken-Porsche #44 mit den drei Werksfahrern Jörg Bergmeister, Dirk Werner, Laurens Vanthoor sowie Martin Ragginger besser unterwegs zu sein als die #911. Doch dann schieden beide Wagen durch Unfälle aus – und es waren noch nicht einmal sechs Stunden gefahren. #12 und die #59 ereilten technische Defekte, die zur Aufgabe zwangen.

Frikadelli als letzte Hoffnung

Blieben als einzige 911 GT3 R die beiden Wagen des Frikadelli-Teams übrig. Die #31 mit war mit Porsche-Werksfahrer Michael Christensen sowie Norbert Siedler, Lucas Luhr und Klaus Bachler gut besetzt. Sie fuhren ein unauffälliges Rennen und kamen am Ende auf Platz 6. Die #30, die unter anderem Teamchef Klaus Abbelen und Sabine Schmitz steuerten, lag am Ende auf Platz 17.

Frank-Steffen Walliser zog nüchtern Bilanz: „Wir hatten hier sehr viel Pech und haben Autos durch Unfälle verloren. An zwei Kundenfahrzeugen gab es auch noch technische Probleme, was uns schließlich dazu gezwungen hat, vier von sechs GT3-Autos abzustellen. Die beiden anderen Fahrzeuge haben die 24-Stunden am Nürburgring allerdings völlig problemlos bewältigt. Der Abschluss in den Top Ten ist okay, aber nicht das, weshalb wir zum Nürburgring gereist sind.“

Kleiner Trost: Unter den 160 Startern war Porsche mit 44 Wagen die am stärksten vertretene Marke. Und man holte sechs Klassensiege.

Porsche war mit 44 Wagen unter den 160 Startern am stärksten vertreten. Hier ein Cayman, der in der seriennahen Klasse V5 startete von PROsport Performance. Foto PorscheAn der Spitze dominierte Audi. Auch hier verlor man einige Wagen durch Unfälle und am Ende hatte nicht eines der Werksteams die Nase vorne, sondern Land-Motorsport. Der Traditionsrennstall holte damit seinen ersten Sieg – und das unter dramatischen Umständen. Stundenlang hatte man die Spitze angeführt, als 90 Minuten vor Rennende nach einem Boxenstopp ein Sensor streikte und der R8 LMS nur noch über den Kurs schlich. Die Reparatur gelang schnell – trotzdem: Aus 90 Sekunden Vorsprung wurden 90 Sekunden Rückstand – und man fiel auf Platz 3 zurück. Beim letzten kurzen Tankstopp vor Rennende traf man bei Land aber eine mutige Entscheidung: Man zog Regenreifen auf, weil  es auf Teilen der Rennstrecke zu regnen begonnen hatte. Und das so stark, dass man sowohl den führenden WRT-Werks-Audi #9 und den Rowe-BMW #98 überholen könnten, die beide auf Slicks extrem langsam über den Kurs rutschen mussten. Damit war das Rennende ähnlich dramatisch wie im vergangenen Jahr, als wenige Meter vor dem Ziel Maro Engel im AMG-Mercedes Markenkollegen Christian Hohenadel überholte und sich den Sieg holte.

Mercedes war aber in diesem Jahr nur die dritte Kraft hinter BMW. Platz zwei belegte der Rowe-BMW, der den WRT-Audi noch einholen konnte. In nur einer Runde wurde das Rennen durch das Regenchaos auf den Kopf gestellt.

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