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Enttäuschung bei Porsche

08.05.2017 21:32

Das WEC-Wochenende in Spa lief bescheiden

Der beste Porsche 919 Hybrid landete in Spa auf Platz 3. Foto: Porsche
Der beste Porsche 919 Hybrid landete in Spa auf Platz 3. Foto: Porsche

Kein gutes Rennwochenende in der WEC für Porsche  – mit Platz drei und vier beim zweiten Rennen in Spa in der LMP1-Klasse hinter Toyota fuhr man hinterher – und auch in der GTE-Klasse landete der neue 911 RSR abgeschlagen hinten Ferrari und Ford. Woran lag es?

Nun, der Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer 2 (Hartley, Bernhard, Bamber) hatte etwas Pech: Der Wagen  verlor den Anschluss durch einen schleichenden Plattfuß und den fälligen Notstopp. Mit konstant starkem Renntempo hielt man sich in Schlagdistanz, nach dem Gelbphasen-Pech des schnellsten Toyotas mit der Nr. 7 von Conway/Kobayashi lag man sicher auf Rang zwei. Dann beschädigte  Hartley rund eine Stunde vor dem Ende des Rennens die Front des Autos bei einem Kontakt mit einem Alpine aus der LMP-2-Kategorie, der ausgerechnet von Porsche-Werksfahrer Romain Dumas gesteuert wurde.

Der Porsche mit der Nr. 1 (Jani/Lotterer/Tandy) hatte Probleme mit dem Reifen-Management, dazu kam Pech mit zwei Gelbphasen. Am Ende reichte das nur für Platz 4. Porsche trat in Spa wie bereits beim Saisonauftakt in Silverstone in der Aerodynamik-Konfiguration für Le Mans an. Der geringe Abtrieb führte zu höherem Reifenverschleiß. Toyota ging mit zwei unterschiedlichen Aerodynamikvarianten ins Rennen. Das Exemplar in Le-Mans-Konfiguration kam hinter beiden Porsche ins Ziel.

Porsche konnte sich mit dem 91^1 RSR in Spa nicht gut in Szene setzen. Foto: PorscheFritz Enzinger, Leiter LMP1, meinte zu dem Ergebnis: „Poleposition, schnellste Rennrunde und Podium – aber leider hat es nicht für einen zweiten Podestplatz gereicht. Wir stehen zu unserer strategischen Entscheidung, bei den ersten beiden Saisonläufen mit einem Aerodynamikpaket mit geringem Abtrieb anzutreten.“

Ratlos nach Platz 5 und 6

In der GTE-Klasse wirkte Porsche nach dem Rennen etwas ratlos. Sehr deutlich war der Vorsprung von Ford und Ferrari – und man wusste im Porsche-Lager nicht so recht warum. Auf der Rennstrecke konnten sich Richard Lietz (Österreich) und Frédéric Makowiecki (Frankreich) im 911 RSR mit der Startnummer 91 knapp vor ihren Teamkollegen auf Platz 5 behaupten. Kévin Estre (Frankreich) und Michael Christensen (Dänemark) passierten im Schwesterauto mit der Startnummer 92 weniger als eine Minute dahinter die Ziellinie auf Platz 6. Der Klassensieg und der zweite Platz gingen an Ferrari, Rang drei und vier an Ford.

In der Klasse GTE-Am feierte das Kundenteam Dempsey Proton Racing mit dem Porsche 911 RSR (Modelljahr 2015) einen Podiumserfolg: Porsche Young Professional Matteo Cairoli (Italien), Christian Ried (Schönebürg) und Marvin Dienst (Lampertheim) fuhren auf einen hart erkämpften zweiten Platz. Das Team Gulf Racing mit den beiden Briten Michael Wainwright und Ben Barker sowie dem Australier Nick Foster musste das Rennen nach einer Kollision vorzeitig beenden.

Dr. Frank-Steffen Walliser, Porsche Motorsportchef, meint zum Abschneiden: „Das Ergebnis ist sehr enttäuschend. Wir konnten definitiv nicht die Pace gehen, die Ferrari und Ford gefahren sind. Alle in unserem Team haben heute einen absolut fehlerfreien Job gemacht, aber die Lücke nach vorn ist einfach zu groß.“

Der beste Porsche 919 Hybrid landete in Spa auf Platz 3. Foto: Porsche



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