Hatz wieder frei

27.06.2018 09:03

Ehemaliger Porsche-Entwicklungschef kommt aus Untersuchungshaft

Wolfgang Hatz. Foto: Porsche
Wolfgang Hatz. Foto: Porsche

Der ehemalige Porsche-Entwicklungschef Wolfgang Hatz ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Hatz war im September wegen einer möglichen Verwicklung in den Diesel-Abgasskandal im VW-Konzern verhaftet worden. Er war von 2001 bis 2009 Leiter der Aggregate-Entwicklung bei Audi gewesen.

Hatz musste eine Kaution von drei Millionen Euro hinterlegen und darf mit anderen Beteiligten in dem Verfahren kein Kontakt aufnehmen, etwa zum Ex-VW-Chef Martin Winterkorn. Er war seit Ende September wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft in München gewesen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen Betrugsverdachts beim Verkauf von Dieselautos mit manipulierter Abgasreinigung auf dem europäischen Markt gegen den 59-Jährigen. Er bestreitet die Vorwürfe.

Hatz hatte Porsche im Mai 2016 verlassen. Er zeichnete für die größten Erfolge von Porsche im Motorsport in der vergangenen Zeit verantwortlich. Der Doppelsieg in Le Mans nach der Rückkehr in die Spitzenklasse des Motorsports im Jahr 2015 dürfte die Krönung seiner Karriere gewesen sein. Hatz gilt als motorsportbegeistert. Zusammen mit dem an die Spitze von Volkswagen gewechselten ehemaligen Porsche Chef Matthias Müller, der seine Position dort inzwischen abgegeben hat, war er die Triebfeder für das starke Motorsportengagement von Porsche seit 2014. Der Nachfolger des 57-Jährigen kam aus dem Haus: Michael Steiner übernahm die Leitung des Ressorts Forschung und Entwicklung ab sofort. Hatz hatte diese Position seit Februar 2011 inne.

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