Bookmark and Share

It´s T-time

24.10.2017 09:12

Porsche bietet eine sportliche Version des 911 Carrera an

Porsche 911 Carrera T an
Porsche bietet den Basis-911 jetzt in einer sportlichen Variante als Carrera T an. Foto: Porsche

Porsche belebt ein weiteres Kürzel aus seiner Vergangenheit wieder: Ab dem Modelljahr 1968 bot man ein Einsteigermodell an – den 911 T. Nun gibt es eine neue Auflage, den 911 Carrera T. Schaut man zurück in die Vergangenheit fällt auf: Damals war das T-sein doch etwas anders als heute.

Weniger Gewicht, kürzer übersetztes Handschaltgetriebe und Heckantrieb mit mechanischer Hinterachsquersperre für mehr Sportlichkeit: Porsches neues Modell basiert auf dem 911 Carrera und leistet 272 kW (370 PS). Die neue Variante, „T“ steht bei Porsche für Touring, verfügt zudem über weitere Ausstattungsmerkmale, die es für den 911 Carrera nicht gibt, wie das serienmäßige PASM-Sportfahrwerk mit 20 Millimeter Tieferlegung, das Sport Chrono-Paket, der verkürzte Schalthebel mit rotem Schaltschema oder die Stoffmittelbahnen in Sport-Tex. Auch die Hinterachslenkung, die für den 911 Carrera nicht angeboten wird, ist für den 911 Carrera T als Option erhältlich.

 Ein sportliches Design mit Stoffsitzen prägt auch den Innenraum. Foto: Porsche Die Heckscheibe und die Fondseitenscheiben bestehen aus Leichtbauglas, die Türtafeln haben Öffnerschlaufen. Die Dämmung ist reduziert. Auf die Rücksitze wird ebenso verzichtet wie auf das Porsche Communication Management (PCM). Beides ist jedoch auf Wunsch ohne Aufpreis erhältlich. Als Zweisitzer ist er mit 1.425 Kilogramm Leergewicht 20 Kilogramm leichter als ein vergleichbar ausgestatteter 911 Carrera.

Vorbild war anders gestrickt

Damit fährt Porsche eine andere Philosophie als beim Vorbild. Der 911 T war damals das günstige, ausstattungsreduzierte Einstiegsmodell mit einem einfacheren Motor. So kamen etwa beim T nur Graugusszylinder zum Einsatz, währende die leistungsstärkeren Varianten schon eine Einspritzung besaßen, setzte Porsche beim T noch auf Vergaser. Der Ausstattungsluxus der höheren Versionen ließ sich zubuchen, er hatte immer Rücksitze ab Werk und die Werbeabteilung wäre vermutlich nie auf die Idee gekommen, ihn als Vorbild für Perfomance und Fahrspaß zu lancieren.

Der historische T war außerdem das Modell, das Porsche mit Abstand am besten verkaufte. Über die Jahre gesehen nahmen beim F-Modell die 911 T rund zwei Drittel der Verkäufe ein. Vorgestellt hatte man ihn, weil damals der ebenfalls sehr erfolgreiche 912 mit Vierzylinder-Motor auslief. Dessen Platz sollte der neue 914 einnehmen. Zudem war der Begriff Touring etwa beim Carrera 2,7 RS genau andersherum belegt als Porsche es jetzt macht: Damals stand dies für die Luxus-Variante eines Sportmodells.

Andere Optik als die Basis

Das soll aber kein Grund sein, den neuen 911 Carrera T an sich nicht zu schätzen. Optisch hebt er sich von seiner Basis ab: Vorne sitzt eine aerodynamisch angepasste Bugspoilerlippe. Die Außenspiegel sind in Achatgraumetallic lackiert. Seitlich ist das neue Modell an 20-Zoll-Carrera-S-Rädern in Titangrau zu erkennen. Zusätzlich prägen „911 Carrera T“-Schriftzüge die Seitenansicht. Die Heckansicht wird durch die Lamellen des Heckdeckelgitters, den Porsche-Schriftzug, die Modellbezeichnung „911 Carrera T“ in Achatgrau und die serienmäßig an Bord befindliche Sportabgasanlage mit schwarz lackierten, mittig angeordneten Endrohren geprägt. Farben stehen Schwarz, Lavaorange, Indischrot, Racinggelb, Weiß und Miamiblau sowie die Metallic-Farben Carraraweiß, Tiefschwarz und GT-Silber zur Wahl.

Historisch nicht ganz korrekt: Der als T war einst das Einstiegsmodell, der neue ist eine aufgewertete Variante des Einstiegsmodells. Foto: PorscheDer Fahrer nimmt auf schwarzen Sportsitzen (4-Wege, elektrisch) mit Sitzmittelbahn in Sport-Tex Platz. Die Kopfstützen sind mit einem schwarzen „911“-Schriftzug bestickt. Optional gibt es für das neue Carrera T-Modell erstmals auch Vollschalen-Sitze. Gelenkt wird über das GT-Sportlenkrad mit Lenkradkranz in Leder. Der verkürzte Schalthebel mit Schaltschema in Rot ist exklusiv dem 911 Carrera T vorbehalten. Die Zierblenden in der Armaturentafel und in den Türen sind schwarz, ebenso die Türöffnerschlaufen. Neu ist das Interieur-Paket T. Es sorgt mit den Kontrastfarben Racinggelb, Indischrot oder GT-Silber für eine noch sportlichere Optik. Damit lassen sich zum Beispiel optische Akzente bei den Sicherheitsgurten, dem „911“-Schriftzug auf den Kopfstützen, den Öffnerschlaufen oder den Mittelbahnen der Sport-Tex-Sitze setzen.

Der Sechszylinder-Boxermotor mit drei Liter Hubraum und Biturbo-Aufladung entwickelt weiterhin eine Leistung von 272 kW (370 PS) und ein maximales Drehmoment von 450 Nm, das zwischen 1.750/min und 5.000/min anliegt. Das Leistungsgewicht verbessert sich leicht auf 3,85 kg/PS. Dank einer kürzeren Hinterachs-Übersetzung und mechanischer Quersperre beschleunigt der 911 Carrera T in 4,5 Sekunden von null auf 100 km/h. Damit ist er 0,1 Sekunden schneller als das 911 Carrera Coupé. Die 200-km/h-Grenze erreicht das Modell nach 15,1 Sekunden. Optional ist der Carrera T mit Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) bestellbar. Damit erreicht er die 100 km/h in 4,2 Sekunden, die 200 km/h nach 14,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit mit beiden Getriebevarianten liegt bei 293 km/h (Schaltgetriebe) und 291 km/h (PDK), zwei km/h weniger als beim Carrera.

Der 911 Carrera T ist ab Januar 2018 lieferbar und kann bereits jetzt bestellt werden. Ein Einstiegsmodell ist er aber nicht. Im Vergleich zum Carrera kostet er rund 10.000 Euro mehr, besitzt aber auch mehr Ausstattung. Der Preis startet in Deutschland bei 107.553 Euro einschließlich Mehrwertsteuer und länderspezifischer Ausstattung.

Zurück