Kein Erfolg für Porsche

21.05.2012 08:28

Frikadelli bestes Team bei den 24h auf dem Nürburgring

Das Frikadelli-Team landete auf Platz 6. Foto: Porsche
Das Frikadelli-Team landete auf Platz 6. Foto: Porsche

Ein schwarzes Wochenende ist vielleicht übertrieben, aber verglichen mit den Vorjahren lief es für die Porsche-Teams beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring am vergangenen Wochenende nicht rund. Beim Kampf um die Spitze konnte keiner der Wagen wirklich mitmischen, es war ein Rennen, dass zu Beginn vor allem von den BMW Z4, später von den Mercedes SLS bestimmt wurde – und Audi war immer in Schlagweite – und holte am Ende einen Doppelsieg. Am Rennende gab es einen tragischen Schlusspunkt für Porsche. Das Frikadelli-Team von Sabine Schmitz rettet mit Platz 6 ein wenig von der Ehre der Zuffenhausener.

Das Benzin war knapp, der Wochenspiegel-Manthey-Porsche geriet auf der Start-Ziel-Geraden ins Stottern und rollte langsam auf der linken Spur, plötzlich krachte ihm ein unaufmerksamer Fahrer in einem Renault Clio ins Heck. Rennende, raus aus der Wertung, knapp 25 Kilometer vor dem Zieleinlauf.  Zuvor hatten sich der Porsche mit der Startnummer 11 und ein Mercedes SLS mit der Startnummer ein Duell um Platz 3 auf den letzten Rennmetern geliefert. Es wäre ein Trost gewesen für ein schwieriges Rennen für das Manthey-Team. In den vorhergehenden Läufen der VLN hatte es zweimal zu einem Sieg gereicht, und so durfte man Manthey durchaus zu den Favoriten des diesjährigen 24-Stunden-Rennens zählen, auch wenn der gelb-grüne Spitzenwagen nicht antrat. Die Fahrerpaarung aus den Werkspiloten Marc Lieb (Ludwigsburg), Richard Lietz (Österreich), Romain Dumas (Frankreich) und Manthey-Pilot Lucas Luhr (Ermatingen) im 911 GT3 R war gut für einen Sieg. Doch es gab viele Rückschläge im Rennen.

Als in der Nacht der Regen einsetzte, erwischte es Lucas Luhr. Bei seinem Ausrutscher wurde die Front seines Elfers beschädigt. Das Team verlor zudem wertvolle Zeit bei den Boxenstopps, weil wegen eines Problems mit einem Sensor das Auto manchmal nicht beim ersten Startversuch ansprang. Am Vormittag kam weitere Standzeit an der Box dazu, weil bei einem Reifenplatzer die Bremsleitung abgeschlagen wurde. Trotzdem lag in der Schlussphase ein Podiumsplatz in Reichweite.

Der Wochenspiegel-Porsche schied in der letzten Runde durch einen Unfall aus. Foto: PorscheRomain Dumas kämpfte gegen die Attacken des hinter ihm fahrenden Mercedes. Vor der Ziellinie musste er abbremsen, weil zum Ablauf der 24 Stunden noch einige Sekunden fehlten und er für eine weitere schnelle Rennrunde nicht mehr genügend Benzin an Bord hatte. Nachdem er über die Ziellinie gerollt war, ging der Motor aus und ließ sich nicht sofort wieder starten. Ein Clio-Fahrer bemerkte den am Streckenrand stehenden Elfer nicht und prallte ihm mit hohem Tempo aufs Heck. Dies bedeutete, dass der Wochenspiegel-Elfer die letzte Runde nicht beenden konnte und somit nicht gewertet wurde.

Das Frikadelli-Team um Klaus Abbelen (Barweiler) freute sich über den sechsten Gesamtrang am Ende eines fehlerfreien Rennens. „Wir haben im Prinzip nur getankt, Öl und Wasser nachgefüllt und Reifen gewechselt“, zog Abbelen Bilanz. „Leider haben wir uns in der Nacht verpokert. Wir setzten beim Boxenstopp auf Intermediate-Reifen, aber dann wurde der Regen stärker und wir mussten einen zusätzlichen Boxenstopp einlegen. Das hat uns eine Runde zurückgeworfen.“ Mit ihm freuten sich die drei weiteren Fahrer Sabine Schmitz (Barweiler), Christopher Brück (Köln) und Patrick Huisman (Niederlande).

Timbuli-Racing schaffte es bis auf auf Platz 11. Foto: PorscheZweitbestes Porsche-Team wurde Timbuli Racing mit einem weiteren 911 GT3 R auf Gesamtrang 11. Nach einem frühen Reifenschaden und einer Kollision lief die restliche Renndistanz für Marc Hennerici (Mayen), Marco Seefried (Wemding), Dennis Busch (Bensheim) und Norbert Siedler (Österreich) problemlos. „Mit dem Ergebnis sind wir daher total zufrieden“, sagte Norbert Siedler.

Eine gute Vorstellung boten auch die leistungsschwächeren Porsche in der Klasse SP7. Als Erster dieser Kategorie und 13. im Gesamtklassement wurde die Mannschaft von Kremer Racing mit den Fahrern Wolfgang Kaufmann (Moisberg), Altfrid Heger (Essen), Dieter Schornstein (Aachen) und Michael Küke (Essen) abgewinkt. Das Team setzte auf den 911 GT3 KR, einen Eigenbau, der auf einem Porsche-Cup-Fahrzeug basiert.

Den 16. Gesamtplatz eroberte Timbuli Racing. Den 911 GT3 brachten Marc Busch (Bensheim), Egon Allgäuer (Weiler), Karim Al-Azhari (Dubai) und Marco Seefried (Wemding), die wieder als Doppelstarter antrat, sicher durch die 24 Stunden. Platz 18 ging an Manthey-Racing mit der 2012er-Version des Porsche 911 GT3 Cup. Am Steuer wechselten sich Frank Kräling (Winterberg), Marc Gindorf (Monaco), Peter Scharmach (Neuseeland) und Marco Schelp (Berlin) ab.

Pech hatte die vierköpfige Fahrer-Crew von Manthey-Racing mit den Werksfahrern Marco Holzer (Lochau), Jörg Bergmeister (Langenfeld) und Patrick Long (USA) sowie dem britischen Manthey-Piloten Nick Tandy (Großbritannien) am Steuer. Nur als 21. gestartet, arbeiteten sie sich im 911 GT3 R mit konstant guten Rundenzeiten und ohne technische Probleme bis auf Rang fünf nach vorne. Sie lagen schon in Schlagdistanz zu einem Podestplatz, als Nick Tandy beim Überrunden eines langsameren Fahrzeugs auf der Start-Ziel-Geraden getroffen wurde. „Ich war bereits daneben, als der Fahrer plötzlich rüberzog und mich dadurch in die Mauer gedrückt hat“, sagte Nick Tandy.

Motor wurde zu heiß

Nach aufwendiger Reparatur wurde der Elfer zwar noch mal auf die Strecke geschickt, musste aber kurze Zeit später aufgeben, weil die Motortemperatur als Folge eines beim Aufprall beschädigten Kühlers zu stark angestiegen war. „Das ist ein Jammer“, bilanzierte Marco Holzer. „Mir hat das Rennen riesigen Spaß gemacht. Die Doppel-Stints in der Nacht waren brutal anstrengend, aber unser Auto war super. Aber rund um die Rennstrecke gab es wegen der vielen Unfälle mehr ‚Baustellen’, an denen Zäune oder Leitplanken repariert wurden, als auf einer normalen Autobahn.“

Bereits um 2.30 Uhr in der Nacht warf ein Unfall den 911 GT3 R von Falken Motorsport aus dem Rennen. Sebastian Asch (Ammerbuch) war gerade im Bereich Flugplatz unterwegs, als er bei einsetzendem Regen die Kontrolle über den Elfer verlor. Der Einschlag beschädigte das Auto so stark, dass für die ambitionierte Truppe schon knapp vor Halbzeit Dienstschluss war. „Natürlich sind wir enttäuscht“ meinte Werksfahrer Wolf Henzler (Nürtingen), der sich den Falken-Porsche mit Asch, Peter Dumbreck (Großbritannien) und Martin Ragginger (Österreich) geteilt hatte. „Wir waren nur als 40. ins Rennen gegangen, hatten aber keinerlei Probleme und lagen schon in Reichweite eines Top-Ten-Platzes, als der Unfall passierte.“

Das Endergebnis:

1. Basseng/Haase/Stippler/Winkelhock (D/D/D/D), Audi R8 LMS ultra, 24:00.15,776 Stunden
2. Mamerow/Abt/Ammermüller/Hahne (D/D/D/D), Audi R8 LMS ultra, + 3:35,383 Minuten
3. Frankenhout/Simonsen/Kaffer/Arnold (NL/S/D/D), Mercedes-Benz SLS AMG, + 7:55,733
4. Leinders/Palttala/Martin (B/B/B), BMW Z4 GT3, - 1 Runde
5. Fässler/Mies/Rast/Stippler (CH/D/D/D), Audi R8 LMS ultra, - 4
6. Abbelen/Schmitz/Brück/Huisman (D/D/D/NL), Porsche 911 GT3 R, - 4
7. Müller/Müller/Alzen/Adorf (D/D/D/D), BMW Z4 GT3, - 5
8. Hürtgen/Schwager/Bastian/Adorf (D/D/D/D), BMW Z4 GT3, - 5
9. Klingmann/Wittmann/Göransson/Lamy (D/D/S/P), BMW Z4 GT3, - 5
10. Zehe/Hartung/Rehfeld/Bullitt (D/D/D/USA), Mercedes-Benz SLS AMG, - 5
11. Hennerici/Seefried/Busch/Siedler (D/D/D/A), Porsche 911 GT3 R, - 6
13. Kaufmann/Heger/Schornstein/Küke (D/D/D/D), Porsche 911 GT3 KR, - 8
16. Busch/Allgäuer/Al-Azhari/Seefried (D/A/UAE/D), Porsche 911 GT3 Cup, - 9
18. Kräling/Gindorf/Scharmach/Schelp (D/D/NZ/D), Porsche 911 GT3 Cup, - 10
19. Gülden/Kisters/Panchyrz/Schmickler (D/D/D/D), Porsche 911 GT3 Cup, - 11
20. Gebhardt/Grossmann/Kentenich/Posavac (D/D/D/D), Porsche 911 GT3 Cup, - 12

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