Bookmark and Share

Porsche-Festspiele am Ring

18.07.2017 09:15

Doppelsieg beim WEC-Lauf

Earl Bamber (links), Brendon Hartley und Timo Bernhard (am Steuer) holten für Porsche den Sieg. Foto: Porsche
Earl Bamber (links), Brendon Hartley und Timo Bernhard (am Steuer) holten für Porsche den Sieg. Foto: Porsche

Einen ungefährdeten Doppelsieg in einem eher ereignisarmen Rennen fuhr Porsche beim WEC-Lauf auf dem Nürburgring mit dem 919 Hybrid ein und kam durch eine klare Teamorder dabei auch dem WM-Titel ein gutes Stück näher. Der Porsche 911 RSR fuhr in der GTE-Pro-Klasse knapp an einem Sieg vorbei.

Für das LMP-1-Team war es nach 2015 und 2016 der dritte Sieg in Folge. Toyota hatte mit deinem in der WM-Wertung am besten platzierten TS050 #8 schon in der Einführungsrunde Probleme. Ein Defekt an der Benzinpumpe warf den Wagen chancenlos zurück. Die Reparatur kostete fünf Runden Zeit.  Der Toyota mit der #7 konnte rund 80 Minuten die Führung verteidigen. Dann zeigte sich, dass der Porsche 919 Hybrid über die Distanz gesehen mehr Tempo gehen konnte. Schließlich bekam Toyota auch noch Probleme mit der Haltbarkeit der Reifen, als die Streckentemperaturen anstiegen. Porsche konnte sich eine komfortable Führung von rund einer Minute herausfahren.

Der schnellere 919 Hybrid mit Neel Jani, Andre Lotterer und Nick Tandy musste sich der Teamorder beugen und Platz 1 kurz vor Rennende abgeben. Foto: PorscheFür etwas Unterhaltung sorgte das Team dann mit einigen Führungswechseln alleine, in der letzten Rennstunde ging dann der 919 Hybrid #1 mit André Lotterer am Steuer (mit Nick Tandy und Neel Jani) in Führung, doch beim letzten kurzen Auftanken vor dem Rennende griff Porsche mit einer klaren Stallorder ein: Der in der WM besser platzierte Porsche 919 Hybrid #2 mit den Le-Mans-Gewinnern Timo Bernhard, Brendon Hartley und Earl Bamber stand 20 Sekunden weniger und bekam so die Führung zurück. Porsche füllte in den bis dahin führenden Wagen mit der #1 so viel Benzin ein, dass er vermutlich auf eigener Achse noch bis nach Stuttgart hätte fahren können. Am Ende lagen die Sieger 1,6 Sekunden vorne.

Platz 3 und 4 für Toyota

Hinter den Porsche kam der Toyota #7 mit einem Rückstand von gut einer Minute ins Ziel, trotz der Reparatur kam die #8 noch auf Gesamtrang 4.   Das Schwesterauto schaffte es trotz der achtminütigen Reparatur zu Beginn noch auf Gesamtrang vier. In der LMP2-Klasse fuhren Oliver Jarvis, Thomas Laurent und Ho-Pin Tung nach ihrem Le-Mans-Triumph, wo sie auf Gesamtrang 2 ins Ziel kamen,  auf Platz 1.

Der Porsche 911 RSR mit Richard Lietz und Frederic Makowiecki fuhr in der GTE-Pro auf Platz 2, das Schwesterauto mit Michael Christensen und Kevin Estré auf Platz 3. Foto: PorscheSpannenden Motorsport bot der Kampf der GTE-Hersteller. Beim Start warf Michael Christensen den von Pole gestarteten Porsche #92 durch einen Verbremser zurück auf Platz 4. Dafür rückte sein Teamkollege Frédéric Makowiecki auf die zweite Position vor und ging später sogar in Führung. Doch nach der ersten Boxenstopp-Runde war die alten Qualifying-Reihenfolge wiederhergestellt: Kévin Estre führte mit der Startnummer 92 das stark besetzte GT-Feld an, Richard Lietz war mit der Nummer 91 Dritter. Die Teamkollegen tauschten im weiteren Rennverlauf wegen der unterschiedlichen Boxenstoppstrategien zwar mehrmals die Positionen, doch bis zur Hälfte der Distanz lag immer ein 911 RSR an der Spitze. Das änderte sich erst zweieinhalb Stunden vor dem Ziel, als sich der Ferrari #51 absetzen konnte. Von da an behaupteten die 911 RSR  die Positionen zwei und drei. Lietz/Makowiecki holten Platz 2 vor Christensen/Estre.

Die Porsche-Festspiele auf dem Nürburgring machte der Sieg des Proton-911 in der GTE-Am-Kategorie perfekt. Christian Ried, Matteo Cairoli und Marvin Dienst konnten ihren ersten Saisonerfolg feiern. Die WEC geht nun in die Sommerpause und wird am ersten Wochenende im September in Mexiko fortgesetzt.

Zurück