Sieg am Nürburgring

14.05.2018 07:19

Porsche gewinnt in einem spannenden Finale

Manthey-Racing gewann das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Foto: Porsche
Manthey-Racing gewann das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Foto: Porsche

Porsche hat lange auf diesen Sieg warten müssen. 2011 gelang es das letzte Mal, kam ein 911 am Ende der 24 Stunden auf dem Nürburgring auf Platz 1. In den Folgejahren siegten Audi (viermal) und Mercedes (zweimal). Diesmal lag am Ende der Wagen des Teams Manthey vorne, der zunächst nicht so gut wie der Schwesterwagen unterwegs war – und mit der 912 auch noch die langsamere Nummer besaß, denn einst nannte Porsche so seine Vierzylinder-Versionen vom 911. Ein kleines Zeichen: Wie so oft im Langstreckensport gewann nicht der Wagen, der am schnellsten unterwegs war.

Bis kurz nach Mitternacht hatte sich das Schwesterfahrzeug mit der #911 und der Besetzung Kévin Estre (F), Romain Dumas (F), Laurens Vanthoor (B) und Earl Bamber (NZ) auf einer Ölspur gedreht und war durch den Unfall ausgeschieden. Dieser Wagen hatte das Renngeschehen bis dahin bestimmt und lag souverän in Führung. Estre konnte den Wagen zudem in der Qualifikation souverän auf Platz 1 stellen. So schauten alle auf den Kampf zwischen der #911 und der #4, dem AMG -Mercedes von Black Falcon auf Platz 2 mit der Besetzung Adam Christodoulou, Maro Engel, Dirk Müller und Manuel Metzger.

Die Sieger (von links): Nick Tandy (GB), Frederic Makowiecki (F), Richard Lietz (A), Patrick Pilet (F). Foto: PorscheNach dem Ausscheiden der #911 bestimmte der Merdes #4 das Geschehen an der Spitze. Doch der zweite Manthey-Porsche mit der #912 und Richard Lietz (A), Patrick Pilet (F), Frédéric Makowiecki (F) und Nick Tandy hatte sich vorgearbeitet. Durch einen schleichenden Plattfuß hatte er sich gleich zu Beginn des Rennens einen Rückstand von rund 3:40 Minuten eingefangen, das Team kämpfte und fuhr bis auf 2:30 min auf das führende Schwesterauto heran. Doch dann kam durch einen kleinen Fehler zu einer Zeitstrafe.  Der Wagen wurde gegen 4 Uhr früh zu bald am Ende einer Code-60-Zone, die bei Unfällen eingerichtet wird, herausbeschleunigt. Die Überprüfung der Rennkommissare zog sich bis in die Vormittagsstunden hin. Dann stand fest: Bei einem Boxenstopp sollten 3:22 min zusätzliche Standzeit hinzukommen. 

Die Wende brachte eine Rennunterbrechung wegen Nebels gegen 12 Uhr. Erst gegen 14 Uhr sollten die Wagen wieder auf die Strecke gehen – mit einem Vorteil für Porsche: Es wurde eine Startreihenfolge anhand der Platzierungen festgelegt, die Abstände egalisiert. Die #912 griff sofort nach dem Re-Start an. Am Steuer saß Fred Makowiecki. Nach drei Runden kam es zu einem spektakulären Überholmanöver: Makowiecki bremste sich in der Anfahrt zum Yokohama-S außen neben Christodoulou. Seite an Seite fuhren beide Autos durch das Yokohama-S, wobei sie sich berührten. Christodoulou drehte sich halb, Makowiecki wurde weit nach außen getragen, doch der Porsche lag jetzt an der Spitze.

 Der Start erfolgte bei trockenen Verhältnissen, doch gegen Morgen des zweiten Tags begann es zu regnen. Foto: PorscheBis zum Ziel sollte er die Führung nicht mehr abgeben, hinter dem AMG-Mercedes mit der #4 kam das Schwesterauto mit der #5  Yelmer Buurman, Thomas Jäger, Jan Seyffahrt und Luca Stolz auf Platz 3 ins Ziel. Für das Team Manthey ist es der sechste Erfolg bei dem Langstreckenklassiker gewesen. Porsche besitzt seit 2013 die Mehrheit an dem Rennstall. Ex- Teamchef Olaf Manthey betreute danach unter anderem einige Zeit die Werkseinsätze der GT-Autos in der WEC. Auch heute noch starten die 911 RSR dort unter den Namen Team Manthey-Porsche.

Dr. Frank-Steffen Walliser (Leiter Motorsport und GT-Fahrzeuge): „Das war ein echtes Jahrhundert-Rennen, von den Umständen her einfach unbeschreiblich. Mit dem Regen, der Rot-Phase und diesem unglaublichen Endspurt. Das gibt es bei keinem Langstreckenrennen der Welt, dass zwei Fahrer gegeneinander eineinhalb Stunden lang sprinten. Der Fred hat diesen Erfolg mit einem sensationellen Manöver gesichert. Wir hoffen Dr. Wolfgang Porsche freut sich über dieses nachträgliche Geschenk zu seinem 75. Geburtstag.“

Zurück