Tankbetrug in der WEC

18.11.2018 23:30

Dempsey-Proton Racing verliert alle Meisterschaftspunkte

Dempsey-Proton Racing wurde für Tanktricksereien hart bestraft. Foto: Porsche
Dempsey-Proton Racing wurde für Tanktricksereien hart bestraft. Foto: Porsche

Dempsey Proton Racing ist die Tabellenführung in der WEC los. Das Team, das überlegen die GTE-Am-Klasse anführte, fiel beim Rennen in Fuji auf, weil sich zwei Wagen schneller betanken ließen als die vorgeschriebenen 45 Sekunden. Dabei kam ein weiteres Vergehen heraus: Der Datenlogger, der die Tankzeit übermittelt, war manipuliert worden. Er übermittelte zwei Sekunden mehr als die tatsächliche Tankzeit. Beim Rennen in Shanghai wurde nun die Strafe bekannt: Das Team bekam sämtliche bisher erreichten Meisterschaftspunkte anerkannt. Unklar ist bislang, warum der Logger falsch arbeitete, denn das Team hüllt sich in Schweigen.

Dempsey Proton Racing ist nicht nur wegen der umprogrammierten Software schuldig gesprochen worden. Auch die mangelnde Kooperation im Anhörungsprozess bestrafte die WEC. Deshalb wurde das Team nachträglich von allen Rennen der bisherigen WEC-Supersaison disqualifiziert. Auch die Preisgelder sind futsch.

In Fuji war aufgefallen, dass der Wagen mit der Nr. 77 nur 43,8 Sekunden zum Nachtanken benötigte, der Wagen mit der Nr. 88 sogar nur 42,8 Sekunden. Der Logger übermittelte zudem zwei Sekunden mehr. Auch in Silverstone soll der umprogrammierte Logger schon verwendet worden sein. Das Team verwies auf eine externe Beraterfirma, die das Programm geschrieben haben soll. Wer das aber ist, wollte Teambesitzer und Fahrer Christian Ried nicht preisgeben.
Christian Ried, Matt Campbell und Julien Andlauer verlieren damit ihre 80 Punkte in der WEC-Saison 2018/19. Sie hatten mit zwei Siegen in Le Mans und Silverstone die Gesamtwertung überlegen angeführt. Matteo Cairoli und Giorgio Roda verlieren ihre 24, Khaled Al Qubaisi seine neun und Gianluca Roda seine vier Punkte.

Zwar fuhren Ried/Campbell/Andlauer in Shanghai auf Platz 1 in der GTE AM – und holten so wieder erste neue Punkte. Die Führung in der Gesamtwertung hat jedoch Projekt 1 (Bergmeister/Lindsey/Perfetti) übernommen, deren Porsche 911 RSR in Shanghai auf den zweiten Rang kam.

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