Test für Rallyeversion

19.08.2018 12:19

Cayman GT4 Clubsport als Vorausfahrzeug bei Deutschland-Rallye

Ein Porsche Cayman war als Vorausfahrzeug bei der ADAC Deutschlandrallye unterwegs. Am Steuer saß Porsche-Werksfahrer Romain Dumas. Foto: Porsche
Ein Porsche Cayman war als Vorausfahrzeug bei der ADAC Deutschlandrallye unterwegs. Am Steuer saß Porsche-Werksfahrer Romain Dumas. Foto: Porsche

Porsche spricht von einer Konzeptstudie, doch die Chancen, dass er tatsächlich gebaut wird, dürften nicht schlecht stehen. Ein Porsche Cayman GT4 Clubsport war als Vorausfahrzeug bei der ADAC Rallye Deutschland vom 16. bis 19. August dabei. Bei entsprechender Resonanz werde man über eine Kleinserie der kommenden GT4-Variante des Cayman für den Einsatz bei Rallyes nachdenken. Es ist schon etwas her, dass Porsche so etwas gemacht hat, aber dafür gibt es ein Vorbild.

Zum Modelljahr 1984 lancierte das Werk eine Sportversion des Porsche 911 SC. Für die Homologation in der Gruppe B wurde eine Kleinserie von 20 Exemplaren aufgelegt. Er hier Porsche 911 SC/RS und war speziell für den Einsatz auf Rallye-Pisten hin entwickelt worden. Bremsen, Fahrwerk, Karosse und Räder stammten vom Porsche Turbo. Den 3,0-Liter-Motor hatte man mit der alten Kugelfischer-Einspritzanlage der früheren Modelle versehen, dazu kamen unter anderem Zylinderköpfe auf dem 935, andere Nockenwellen und geschmiedete Kolben. Die Leistung stieg so von 204 auf 250 PS. Dank des umfangreichen Einsatzes von Leichtbauelementen wie Kunststoffstoßstangen, Aluminiumteilen und Dünnglas und einer spartanischen Innenausstattung wog der SC/RS nur 1057 Kilogramm.

Der Porsche 911 SC/RS war das letzte Rallyeauto, das vom Werk in einer Kleinserie angeboten wurde. Foto: PorscheDamals fuhr man mit einem Porsche 911 durchaus noch um Gesamtsiege mit, obwohl mittlerweile die Ära der allradgetriebenen Rallyefahrzeuge mit dem Audi Quattro begonnen hatte. Die ersten Lorbeeren holte der 911 SC/RS in den Farben des Zigarettenherstellers Rothmanns gleich beim ersten Einsatz: Saeed al Hajri gewann 1984 die und 6.000 Kilometer lange Qatar Rallye um die Middle East-Meisterschaft.

Sollte der Porsche Cayman GT4 Clubsport tatsächlich als Rallye-Version kommen, wird er nicht mehr in der Spitze mitfahren, sondern eher ein Wagen für den Basis-Sport sein. Porsche würde ihn auf einen Einsatz hin im FIA R-GT-Cup entwickeln. In dieser Klasse sind zweiradgetriebene GT-Fahrzeuge erlaubt. Es gibt sie seit 2012. Aktuell ist unter anderem eine Beschränkung der Motorleistung durch einen Restriktor im Ansaugtrakt vorgesehen, der ein Leistungsgewicht von 3,4 Kilo pro PS herbeiführen muss. Mit einem Leergewicht von 1340 kg (Din-Norm) liegt der aktuelle GT4 bei einer Leistung von 385 PS aus seinem Sechszylinder-Saugmotor sogar noch knapp über diesem Limit.

Porsche hält sich noch bedeckt, ob der neue Cayman GT4 wieder einen Sechszylinder-Boxer erhalten wird. Die aktuelle Turbo-Ausführung dürfte sich aus Platzgründen nicht im Wagen unterbringen lassen. Die Alternative zum Sauger aus dem ehemaligen 991 Carrera S wäre der neue Vierzylinder-Boxer.

Ein roter Porsche 911 fuhr 1965 bei der Rallye Monte Carlo auf Platz 5. Ron Szasszer hat ihn als Vorbild für ein Tribute-Car genommen. Mit dem Wagen waren Magnus Walker und Hannah Elliot vor kurzem beim Petro-Surf-Treffen auf Sylt unterwegs. Foto: Tobias KindermannDie Sportkarriere des 911 begann abseits der Rennstrecken: Der erste offizielle Motorsporteinsatz des Porsche 911 vom Werk war eine Teilnahme an der Rallye Monte Carlo im Jahr 1965. Herbert Linge und Peter Falk fuhren damals mit dem fast serienmäßigen Wagen überraschend bis auf Platz 5 vor. Der rote Wagen mit der Startnummer 147 begründete damit eine bemerkenswerte Erfolgsserie dort. 1968, 1969 und 1970 holte ein Porsche 911 sich den Gesamtsieg, letztmals 1978. Ron Szasszer hat die Nr. 147 als Vorbild für ein Tribute-Car genommen. Mit dem Wagen waren Magnus Walker und Hannah Elliot im August beim Petro-Surf-Treffen auf Sylt unterwegs.

Gefahren wurde der GT4 Clubsport übrigens von Porsche-Werksfahrer Romain Dumas. Seit zwölf Jahren geht der Le-Mans-Sieger mit seinem eigenen Team bei Rallyes in aller Welt auch mit modifizierten Porsche 911 an den Start. Das Bergrennen am Pikes Peak konnte Dumas vier Mal gewinnen und hält dort den Streckenrekord.

Zurück