Turbulentes Rennen

20.08.2018 20:39

Der WEC-Lauf in Silverstone bot mehrere Überraschungen

Der Porsche 911 RSR mit der Startnummer 92 mit Michael Christensen und Kevin Estré holte den dritten Rang in der Klasse GTE pro. Foto: Porsche
Der Porsche 911 RSR mit der Startnummer 92 mit Michael Christensen und Kevin Estré holte den dritten Rang in der Klasse GTE pro. Foto: Porsche

Die große Überraschung kam nach dem Rennen. Davor konnte man bei Porsche sehr zufrieden sein. Platz 2 und 4 in der Klasse GTE Pro, Sieg in der der Klasse GTE Am und ein hart erarbeitete dritter Rang. Der WEC-Lauf in Silverstone bot in den beiden unteren Klassen guten Motorsport. Aber er zeigte auch die Probleme, mit denen die Langstreckenweltmeisterschaft momentan kämpft. Und dann kam noch eine Disqualifikation.

Der zuvor auf Platz 2 gewertete Porsche 911 RSR von Richard Lietz und Gianmaria Bruni wurde disqualifiziert, weil die minimale Bodenfreiheit von fünf Zentimetern um zwei Millimeter unterschritten wurde. Damit ging der zweite Platz hinter dem siegreichen AF-Corse-Ferrari von James Calado und Alessandro Pier Guidi an den Ganassi-Ford von Andy Priaulx und Harry Tincknell. Ein kleiner Trost: Den dritten Platz erbte der Porsche von Michael Christensen und Kevin Estre, der die Nachkontrolle bestand.

Doch das Rennergebnis ist momentan insgesamt vorläufig: Die beiden Toyota TS050 Hybrid hatten einen Gesamt-Doppelsieg mit mehreren Runden Vorsprung vor der privaten Konkurrenz in der Spitzenklasse LMP 1 eingefahren. Fernando Alonso, Sebastien Buemi und Kazuki Nakajima gewannen im Toyota #8 vor dem Schwesterfahrzeug #7 von Mike Conway, Kamui Kobayashi und Jose-Maria Lopez. Doch nach dem Rennen wurden beide Fahrzeuge disqualifiziert.

Bei der technischen Nachkontrolle stellte sich heraus, dass die in den Unterboden eingelassenen Platten (Skid Plates), die ein Abheben des Fahrzeugs bei Seitwärtsfahrt verhindern sollen, sich beim Belastungstest zu sehr durchbogen. Toyota merkte an, dass dies auf Ausritte während des Rennens zurückzuführen sei. Das ließen die Technischen Kommissare nicht gelten. Toyota legte inzwischen Protest gegen die Entscheidung ein.

Der Porsche 911 RSR von Dempsey Proton Racing mit Julien Andlauer, Matt Campbell und Christian Ried holte den Klassensieg in der GTE Am. Foto: PorscheDafür lief es in der Klasse GTE Am für Porsche gut. Das Team Dempsey Proton Racing mit Porsche Young Professional Matt Campbell, Christian Ried und Porsche-Junior Julien Andlauer startete von Platz zwei und gewann nach 168 Runden das Rennen. Von der Pole-Position gestartet, führte das Team Project 1 mit Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister aus Langenfeld, Patrick Lindsey (USA) und Egidio Perfetti (N) über zwei Drittel des Rennens. Durch eine Stop-and-go-Strafe von 75 Sekunden nach einem Fehler beim Boxenstopp unter einer Safety-Car-Phase fiel das Team auf Platz fünf zurück, kämpfte sich jedoch bis auf Rang drei nach vorn und feierte das erste Podium in der WEC. Jörg Bergmeister sicherte sich den Podiumsplatz durch ein Überholmanöver in der letzten Rennrunde.

Porsche führt weiterhin in der Herstellerwertung der Klasse GTE-Pro sowie in den Fahrerwertungen der Kategorien GTE-Pro und -Am der WEC. Der nächste WEC-Lauf findet am 14. Oktober in Fuji in Japan statt.

Klasse GTE-Pro
1. Pier Guidi/Calado (I/GB), Ferrari 488 GTE EVO, 172 Runden
2. Priaulx/Tincknell (GB/GB), Ford GT, 172 Runden
3.. Christensen/Estre (DK/F), Porsche 911 RSR, 172 Runden
4. Lynn/Martin (GB/B), Aston Martin Vantage GTE, 171 Runden
5. Tomczyk/Catsburg (D/NL), BMW M8 GTE, 171 Runden
6. Mücke/Pla (D/F), Ford GT, 170 Runden
7. Rigon/Bird (I/GB), Ferrari 488 GTE EVO, 157 Runden
8. Sorensen/Thiim (DK/DK), Aston Martin Vantage GTE, 155 Runden

Klasse GTE-Am
1. Ried/Andlauer/Campbell (D/F/AUS), Porsche 911 RSR, 168 Runden
2. Yoluc/Adam/Eastwood (TR/GB/GB), Aston Martin Vantage GTE, 168 Runden
3. Bergmeister/Lindsey/Perfetti (D/USA/N), Porsche 911 RSR, 168 Runden
4. Dalla Lana/Lamy/Lauda (CDN/P/A), Aston Martin Vantage GTE, 168 Runden
5. Mok/Sawa/Griffin (MAL/J/IRL), Ferrari 488 GTE, 167 Runden
6. Wainwright/Barker/Davison (GB/GB/AUS), Porsche 911 RSR, 167 Runden
7. Ishikawa/Beretta/Cheever (J/MC/I), Ferrari 488 GTE, 167 Runden
8. Roda/Roda/Cairoli (I/I/I), Porsche 911 RSR, 167 Runden
9. Flohr/Castellacci/Fisichella (CH/I/I), Ferrari 488 GTE, 158 Runden

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