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Update für Motorsoftware

30.07.2017 19:37

Porsche will den Cayenne Diesel sauber bekommen

Der Porsche Cayenne mit 3,0-Liter-Diesel und EU6 muss zu einem Software-Update in die Werkstatt. Foto: Porsche
Der Porsche Cayenne mit 3,0-Liter-Diesel und EU6 muss zu einem Software-Update in die Werkstatt. Foto: Porsche

Porsche hat nun offiziell den Rückruf von 21.500 Fahrzeugen des Porsche Cayenne Diesel mit  3,0-Liter-V6-Diesel der Schadstoffklasse EU6 bekannt gegeben. Doch in der Mitteilung geht man auch etwas auf Distanz zum Lieferanten der Maschine. Und ein Punkt bleibt weiter offen.

Porsche betont indirekt in seinem Schreiben, dass es nicht ein Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel gewesen sei, der zu dem Rückruf geführt habe. Das Magazin hatte vor einigen Wochen darüber berichtet, dass der Cayenne auf der Straße deutlich mehr Schadstoffe ausstoße als auf dem Prüfstand und führte das auf eine nicht zulässige Steuerung über die Getriebesoftware zurück.

   Der Hersteller sagt nun, es seien bei internen Untersuchungen Unregelmäßigkeiten in der Motorsteuerungssoftware festgestellt worden. Man sei aktiv auf das Kraftfahrtbundesamt zugegangen.  Mit der Behörde sei eine Korrektur durch ein Software-Update im Rahmen eines Rückrufes vereinbart worden. Betroffen sind europaweit rund 21.500 Fahrzeuge der Baujahre 2014 bis 2017, davon 6.000 in Deutschland. Keine Angaben macht Porsche aber zu dem Punkt, dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) einen Zulassungsstopp für das betreffende Modell angeordnet hat. In der Mitteilung wird auf das Thema nicht eingegangen
Der Rückruf wird – nach Freigabe des vorgeschlagenen technischen Software-Updates durch das KBA – voraussichtlich im Herbst 2017 starten. Die Besitzer der Fahrzeuge werden direkt von ihrem zuständigen Porsche-Partner kontaktiert. Der kostenlose Werkstattbesuch wird etwa eine Stunde in Anspruch nehmen. Vermutlich wird Porsche den Cayenne auch erst nach der Freigabe der neuen Software wieder verkaufen dürfen.

Porsche entwickle und produziere selbst keine Diesel-Motoren, schreibt das Unternehmen. Als Fahrzeughersteller übernehme Porsche aber die volle Verantwortung gegenüber den Kunden. Tatsächlich kommt der Motor von der Konzernschwester Audi, doch die Behauptung, Porsche entwickle keine Dieselmotoren, ist so nicht ganz zutreffend. Der im Porsche Cayenne Diesel S angebotene V8-Motor mit 385 PS und 4,2-Litern Hubraum basiert auf dem Konzern-V8-Motor mit 340 PS und wurde von Porsche umfangreich für die Leistungssteigerung modifiziert – und auch die Software schrieb Porsche selber. Es ist zudem davon auszugehen, dass Porsche die Feinanpassungen am 3,0-Liter-V6-Diesel für den Einbau in den Cayenne selber vorgenommen hat.




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